Lesung aus "Weggesperrt" und "Abgehauen":

Gebäude des Geschlossenen Jugendwerkhofs, Verwaltungstrakt mit Schleusenbereich, um 1978, Quelle Archiv DIZ Torgau

Grit Poppe wurde 1964 in Boltenhagen an der Ostsee geboren. Sie studierte am Literaturinstitut in Leipzig. Von 1989 bis 1991 engagierte sie sich in der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt". Heute schreibt sie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Für ihren Jugendroman „Weggesperrt" wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendliteratur" und dem LesePeter der Arbeitsgruppe Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW. Grit Poppe lebt mit ihrer Familie in Potsdam.

 

Grit Poppe berichtet in ihren Jugendromanen von jungen Menschen, die sich nicht zu sozialistischen Persönlichkeiten umerziehen lassen wollen, die deshalb gefangen genommen werden und nicht selten im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau landen.

 

www.grit-poppe.de

Gruppenbereich 1. Etage, um 1978, Quelle Archiv DIZ Torgau

Grit Poppe kommt nicht alleine nach Göttingen, sondern in Begleitung des Zeitzeugen Stefan Lauter, der nach den Lesungen aus „Weggesperrt" zum Gespräch einlädt.

 

In Zusammenarbeit mit dem Grenzlandmuseum Teistungen werden zwei öffentliche Veranstaltungen im Eichsfeld-Gymnasium in Duderstadt angeboten.

 

www.jugendwerkhof-torgau.de

www.ddr-zeitzeuge.de

Hofbereich mit Sturmbahn, um 1978, Quelle Archiv DIZ Torgau

Stefan Lauter, geboren 1967 in Ost-Berlin, geriet aufgrund von Konflikten in Schule und Elternhaus mit 15 Jahren in eine Jugendhilfe-Einrichtung. Dort widersetzte er sich der „Erziehung zu einer vollwertigen sozialistischen Persönlichkeit", trat aus der FDJ aus und wurde Punk. Da er drei Mopeds unbefugt benutzt und sich geprügelt hatte, musste er eine Jugendhaftstrafe im Jugendhaus Halle/Saale absitzen. Aufgrund seiner Haltung wurde er nach seiner Haftentlassung Ende 1984 in diverse Jugendwerkhöfe, u. a. in den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau eingewiesen und musste dort bis zu seinem 18. Lebensjahr verbleiben. Seit Gründung des Vereins „Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau" ist er am Aufbau der Gedenkstätte beteiligt.