Jörg Isermeyer und das Motto 2021:

 

 

"Die Welt ist ungerecht. Das weiß jeder. Ich weiß das spätestens, seitdem mich meine
Eltern ins Bett schicken und selbst noch aufbleiben. Oder ständig am Smartphone
kleben, während sie mir einen „verantwortungsvollen Umgang“ damit predigen. Aber
was anscheinend immer noch nicht alle wissen, obwohl es ständig in der Zeitung steht
und Millionen dagegen demonstriert haben und tausende Wissenschaftler darüber
schreiben und es also mindestens genauso offensichtlich ist: Unsere Erde geht den Bach
runter.
Das sagt man so, wenn etwas kaputt geht - und ist in diesem Fall stark untertrieben.
Eigentlich müsste man sagen: Unsere Erde rast über Stromschnellen auf einen
gigantischen Wasserfall zu! Und zwar in einem Affenzahn!! Wie hoch dieser Wasserfall
genau ist, weiß ich nicht. Das weiß niemand. Aber ich weiß: Wenn man einen
gigantischen Wasserfall hinunterstürzt, macht es am Ende PLATSCH-SPRITZ-
KRCHHBOOOM-SPLITTER!!!!
Und man selber macht AAAAAAARGGGHHHHHH!!!!! - wenn man dazu noch die Zeit
hat. Und den Mund nicht voll Wasser. Dann macht man eher GURGEL-GLCKGLCKGLCK ...
wenn man dazu noch die Zeit hat.
Weil ich aber weder AAAAAAARGGGHHHHHH!!!!! noch GURGEL-GLCKGLCKGLCK
machen will und dummerweise auf dieser Erde lebe, tue ich was dagegen. Genau: tun -
also machen, handeln. Action. Nicht nur darüber reden. Reden alleine hilft nämlich nicht.
Es muss auch was passieren. Und zwar jetzt.
Weil wir jetzt noch die Zeit dazu haben.


Leider wollen die blöden Erwachsenen, die uns diesen ganzen Mist eingebrockt
haben, das nicht wahrhaben. Okay, vielleicht nicht alle. Aber die meisten.
Zum Beispiel meine Eltern."

 

(Aus: Nichts Gutes - außer man tut es, unveröffentlichtes Manuskript)