Gerda Raidt und das Motto 2021:

 

"Ich habe viele Jahre als Illustratorin gearbeitet. Das bedeutet, ein Verlag, der ein Buch drucken möchte und Bilder dafür braucht, ruft mich an und schickt mir eine Geschichte. Ich bin dann nur für die Bilder zuständig.

Ich interessiere mich schon immer für die Natur, und weil es ihr ja nicht so gut geht, bin ich in Umweltverbänden, die sich dafür einsetzen, dass das verbessert wird. Bei mir in der Nähe gibt es eine kleine Bibliothek, nur mit Umwelt-Büchern. Manchmal leihe ich mir dort etwas aus.

 

Irgendwann fiel mir auf, dass es dort nur wenige Bücher für Kinder gab. Aber die, die es gab, waren sehr zerlesen. Also interessierten sich auch Kinder für die Umwelt, aber es gab für sie vielleicht nicht genug zu dem Thema. Ich habe mir die Bücher angeschaut. Einige waren alt und viele haben mir nicht gefallen. So kam mir die Idee, selbst ein Umwelt-Buch zu machen.

Damals war ich in einer Gruppe, die sich mit Müll beschäftigt hat. Müll ist ein gutes Thema, denn im Gegensatz zu Abgas oder Klima ist er ja gut sichtbar und jeder kann beobachten, wie er entsteht. Ich habe dann ein Kinderbuch über den Müll geschrieben und gezeichnet. Diesmal war ich auch für den Text verantwortlich. Aber das Buch hat auch viele Bilder, denn mit Bildern kann man gut erklären und nicht jeder liest gerne lange Texte. Das Buch heißt „Müll - alles über die lästigste Sache der Welt“.

 

Mit dem Müllbuch war ich auf vielen Lesungen in Schulen und Bibliotheken. Ich habe meine Bilder gezeigt und mit Kindern über den Müll gesprochen. Das hat mir Spaß gemacht und ich fand, das war das Sinnvollste, was ich mit meiner Arbeit bisher gemacht hatte.

Aber leider ist der viele Müll nicht unser einziges Problem, und obwohl es inzwischen immer mehr Umweltbücher für Kinder gibt, habe ich noch eins gemacht. Diesmal geht es eigentlich gleich um alles, was sich ändern muss, damit wir eine gute Zukunft haben. Mein neues Buch heißt: „Das ist auch meine Welt - wie können wir sie besser machen?“

Mit vielen Bildern und kurzen Texten zeige ich, was es für Probleme gibt mit der Art, wie wir unser Essen anbauen, wie wir unsere Dinge herstellen, wie wir uns durch die Welt bewegen und wie wir unsere Energie gewinnen. Für vieles gibt es schon tolle Lösungsideen, das zeige ich auch.

 

Aber warum wird das dann nicht einfach schnell verändert, wer ist dagegen, wo ist das Problem? Das zeige ich auch und ich freue mich schon darauf, in Schulen und Bibliotheken zu reisen und mit Kindern darüber zu sprechen, wie wir es besser machen können, was uns wirklich wichtig ist und wie wir in Zukunft leben wollen."