Meine Stimme trägt mich

Einführung in Stimm- und Sprechtraining

Fortbildung

für Lehrkräfte, Pädagog*innen und alle anderen Interessierten, bspw. Mitglieder der Hochschulgruppe

 

Wann: Donnerstag, 23. und 30. August 2018, 17:00 - 20:00 Uhr

Wo: GEW Kreisverband Göttingen, Weender Landstr. 6, Göttingen, 5. Stock

 

Lehrer*innen und Erzieher*innen haben häufig mit Belastungserscheinungen der Stimme zu tun. Daher ist eine tragfähige Stimme für den Berufsalltag von großer Wichtigkeit.

 

Wir bitten um schriftliche Anmeldung bis Donnerstag, 16. August 2018.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

"Digitale Bildungsrevolution" im Klassenzimmer:

Wie viel ist dran am Heilsversprechen?

Informations- und Diskussionsveranstaltung

 

Wann: Montag, 28. Mai 2018, 14:00 - 17:30 Uhr

Wo: Tagungszentrum an der Sternwartae, Geismar Landstraße 11 b, Göttingen (Lageplan

Kosten: GEW-Mitglieder und Studierende kostenfrei, Interessierte 10,00 €

 

Das Schlagwort „Digitalisierung der Bildung“ prägt landauf und landab die aktuellen bildungspolitischen Debatten. Mit der „Industrie 4.0“ soll nun endlich die „Schule 4.0“ kommen! Und auch die niedersächsische Große Koalition, insbesondere Herr Tonne als niedersächsischer Kultusminister, hat Großes vor: Mit Bundesmitteln im Rücken und dem Hasso-Plattner-Institut Potsdam im Boot möchte man den großen Wurf wagen und alle Schulen neben einer hinreichenden Netzanbindung auch eine „Niedersächsische Bildungscloud“ anbieten.

 

Unbeantwortet ist jedoch die Frage, inwieweit digitale Medien den Unterricht mit Blick auf Fachinhalte, Kompetenzen und vor allem auf die Persönlichkeitsbildung der Schüler*innen wirklich bereichern – oder vom Kern des individuellen Bildungsprozesses ablenken. Wie lässt sich aber das Ziel der Mündigkeit in einer digitalisierten Welt erreichen?

 

Deutlich zeichnen sich dagegen die Folgen für den Arbeitsplatz Schule ab: Es fallen Unmengen von personenbezogenen und Prozessdaten an, die ohne Weiteres gespeichert und ausgewertet werden können. Spätestens die aktuelle Diskussion um den sorglosen Umgang mit den Kund*innendaten bei Facebook macht die Dringlichkeit dieses Problems mehr als deutlich.

 

Der Göttinger Kreisverband der GEW stellt diese wichtigen Fragen für die Zukunft der schulischen Bildung in den Mittelpunkt der Informations- und Diskussionsveranstaltung.

 

Ablauf:

Nach einer kurzen Begrüßung wird Ralf Lankau, Professor für Mediengestaltung und Medientheorie an der Hochschule Offenburg, einen Vortrag zum Thema halten. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu Nachfragen und Diskussion.

Abschließend wird Thomas Dornhoff, Mitglied des Schulhauptpersonalrats beim Niedersächsischen Kultusministerium, in einem kurzen Referat die aktuelle Entwicklung im Land Niedersachsen in den Blick nehmen und zudem die Frage nach den Mitgestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf den Einsatz digitaler Medien in Schule nachgehen.

 

Nach der Abschlussdiskussion lädt der Kreisverband zu einem „Feierabendbier“ (alkoholisch und alkoholfrei) für Gespräche in kleiner Runde ein.

Die Qualität der Schullandschaft braucht Zeit:

Keine Hauruck-Schließung von Schulstandorten!

Zweifellos stellt die Fusion der beiden Landkreise Osterode am Harz und Göttingen eine Chance dar: gemeinsam über die Zukunft des Großkreises nachzudenken, ihn zukunftsorientiert zu entwickeln und tragfähige Strukturen aufzubauen. Dies gilt für alle Bereiche des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens und ganz besonders für die Bildungslandschaft im ländlichen Raum. Im zeitlichen Umfeld der Kreisfusion gab es eindeutige Aussagen: Die Schulen des neuen Großkreises sollen sich in Ruhe entwickeln, man werde beobachten und insbesondere die Qualität des schulischen Angebotes nachhaltig entwickeln. Für alle Schülerinnen und Schüler solle ein umfassendes Bildungsangebot bereitgehalten werden, ob im Vorharz, im Untereichsfeld oder im Umfeld von Göttingen.

 

Diese Aussagen müssen angesichts der jüngsten schulpolitischen Entwicklung infrage gestellt werden. Am 22. Februar 2018 behandelte der Schulausschuss des Landkreises Göttingen eine Beschlussvorlage der Kreisverwaltung, die vorsah, die Oberschule Hattorf zum 1. August 2018 zu schließen bzw. mit der Oberschule Herzberg zu fusionieren. Anlässe boten zum einen eine Elternbefragung aus dem Jahr 2017 in den Grundschulen für die Jgst. 1 bis 4 und zum anderen die bevorstehende Pensionierung des Hattorfer Schulleiters. Im Rahmen der Befragung wurde u.a. erhoben, welche Schulen bzw. Schulformen die genannten Eltern für ihre Kinder bevorzugen würden.

 

Die Sitzung des Schulausschusses war gekennzeichnet durch die Proteste der Hattorfer Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen, die eindeutig gegen die Pläne der Verwaltung und gegen den Antrag der Mehrheitsfraktion aus SPD, Grünen und den Freien Wählern Stellung bezogen. Das Göttinger Tageblatt sprach von 200 Protestierenden, die den Sitzungssaal im Kreishaus und die Vorhalle füllten. Angesichts der Wucht des Protestes und der Kurzfristigkeit der Entscheidung, die auch die anderen Fraktionen und Mitglieder des Schulausschusses überraschte, konnte sich die Mehrheitsfraktion nicht durchsetzen: Aufgrund der Unterstützung der Vertreter*innen der Interessenvertretungen und der Personengruppen stimmte eine Mehrheit des Kreisschulausschusses gegen die Vorlage der Verwaltung sowie gegen den Antrag der Mehrheitsfraktion, der lediglich eine zeitliche Verzögerung der Schulschließung um ein Jahr vorsah. In einer weiteren Abstimmung entschied sich die Mehrheit des Schulausschusses für einen Antrag, die OBS Hattorf fortzuführen sowie die Schulleitungsstelle erneut auszuschreiben.

 

Die Auseinandersetzung und der Beschluss im Kreisschulausschuss machen deutlich, dass kurz nach der Kreisfusion und ohne einen umfassenden Diskussionsprozess mit allen Beteiligten die regionale Schullandschaft in Frage gestellt wird. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch den Hinweis des Vertreters der Kreisverwaltung, Herrn Kreisrat Marcel Riethig, dass auch andere Schulstandorte zur Disposition zu stellen seien, und zwar die OBS Badenhausen sowie die OBS Bad Sachsa.

 

Angesichts der herausragenden Leistungen, die die Schulen als kulturelle Mittelpunkte in der Fläche, der ortsnahen Bildung und als Orte der Inklusion erbringen, ist das Vorgehen des Landkreises schlichtweg abzulehnen. Zwar liefert die vorliegende Elternbefragung durchaus belastbare Zahlen über die Anwahl von Schulformen in der Region. Diese müssen aber im Einzelnen umfassend betrachtet und geprüft werden. Das Vorgehen, in einer Hauruck-Aktion die Axt an den gewachsenen Strukturen anzusetzen, kann jedoch nur an den Menschen und den Bedarfen vor Ort vorbeigehen. Der neue Großkreis hat Besseres verdient! Zudem bleibt ein verheerender Eindruck zurück: Sind vor der Fusion leere Versprechungen gemacht worden?

 

Die GEW-Kreisverbände Göttingen und Osterode am Harz unterstützen die Position der betroffenen Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen ausdrücklich. Beide Kreisverbände fordern:

 

- Der Mehrheitsbeschluss des Kreisschulausschusses vom 22. Februar 2018 muss durch den Kreistag als bindend anerkannt werden.

- Alle beteiligten Personengruppen, Vertreter*innen von Interessenvertretungen und Parteien müssen in den Prozess der Schulentwicklungsplanung für den gesamten Landkreis Göttingen eingebunden werden.

- Die Ergebnisse des Planungsprozesses sind mit Weitblick und mit größtmöglicher Transparenz in das Schulentwicklungskonzept des Landkreises zu integrieren.

- Die Schulentwicklungsplanung des Landkreises muss im Austausch mit der Stadt Göttingen stattfinden, um eine nachhaltige Entwicklung in der gesamten Region zu ermöglichen.

- Erst am Ende des Prüfungs- und Beurteilungsprozesses darf die Frage nach Standorten, Schulaufhebungen, teilweise oder vollständiger Nutzungsänderung, Stilllegung oder Veräußerung von bislang für Schulen genutzten Immobilien stehen.

 

Um die Forderungen zu untermauern, rufen beide GEW-Kreisverbände mit den Elternvertreter*innen der betroffenen Schulen zur Teilnahme an der Demonstration am 06. März um 14:30 Uhr in Göttingen (vor dem Kreishaus) auf.

 

Mit kollegialen Grüßen

 

gez. Elke Moeken

1. Vorsitzende 

 

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Urlaubsgrüße vom Schreibtisch

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